Drei Tage Leipzig

Vom 13. bis 16. März 2014 fand die Leipziger Buchmesse statt. Die Fachjournalistin für Kinderliteratur, Antje Ehmann, war für den Borromäusverein vor Ort und schildert Ihre Eindrücke gerade für das Kinder- und Jugendbuchsegment, doch lesen Sie selbst:

Schon die Zugfahrt beginnt mit einem Gespräch über Bücher. Die Kinder- und Jugendbuchautorin Ilona Einwohlt sitzt zufällig mit mir im Abteil. Am Freitag hat sie im Rahmen von „Leipzig liest für Kids und Teens“ eine Lesung in der Lesebude 2 in Halle 2, der Halle, in dem ein Großteil der Kinder- und Jugendbuchverlage einen Messestand hat.

Dann auf dem sonnigen Messegelände angekommen mein erster Termin im CongressCenterLeipzig: die diesjährige Bekanntgabe der Nominierungsliste des Deutschen Jugendliteraturpreises. „Die Suche nach literarisch anspruchsvoller Kinder- und Jugendliteratur ist ein spannendes Abenteuer. Dabei findet man die interessantesten Werke oft in Grenzregionen - zwischen Sachbuch und Belletristik, zwischen Bildgeschichte und Roman oder zwischen Jugendliteratur und allgemeiner Literatur“, so Juryvorsitzende Gina Weinkauff.  Ein herausragendes Buch wird den Lesern der BiblioTheke schon bekannt sein: „Akim rennt“ von Claude Dubois wird im Mai den Katholischen Kinder- und Jugendpreis erhalten, und ist nun auch in der Sparte Bilderbuch nominiert. Am Messestand des Arbeitskreises für Jugendliteratur e.V. stehen die nominierten Bücher zur Ansicht bereit. „Titel wie „Akim rennt“, „Leo und das ganze Glück“ oder „Tigermilch“ fanden Anerkennung, weil sie sich der Lebenswirklichkeit von Kindern stellen und auch die Schattenseiten nicht aussparen,“ so Geschäftsführerin Doris Breitmoser über ihre Eindrücke während der Messetage am Stand.

Auszeichnungen der avj

Zwei weitere interessante Auszeichnungen stehen an: der Kinderbuchhandlungspreis der avj und der avj-medienpreis. Susanne Lux von der Mainzer Kinderbuchhandlung Nimmerland ist zum siebten Mal mit von der Partie. Diesmal auf Platz Nummer zwei. „Wir sind ständig dabei, uns neue, ungewöhnliche Aktionen rund um die Bücher, ums Lesen und die Leseförderung auszudenken und durchzuführen. Da tut es einfach gut, wenn das Engagement auch gesehen, gewürdigt und anerkannt wird! Der Preis, über den wir uns sehr freuen, bietet uns zudem die Möglichkeit, sich noch besser und effektiver innerhalb der Branche zu vernetzen“, so die erfolgreiche Inhaberin.

Neben gutsortierten Buchhandlungen mit gut ausgebildeten Buchhändler/innen spielt auch die Berichterstattung über Kinder- und Jugendliteratur in den Medien - ob Tageszeitung, Wochenzeitung oder Fachzeitschriften - eine wichtige Rolle. Der avj-medienpreis ging in diesem Jahr an die freie Journalistin Verena Hoenig. „Gerade bei meiner Arbeit für Tageszeitungen erlebe ich viel Frust, und muss immer aufs Neue um den Platz für Kinderliteratur kämpfen“, so die Preisträgerin in ihrer engagierten Dankesrede. Außerdem nominiert waren u.a. Frau Wengeler vom BuchMarkt sowie Frau Dannenberg von KINDERBÜCHER.

 

Ein Gang durch die Hallen

Nach so vielen Preisverleihungen wird es Zeit für einen Gang durch die Messehallen, um mein Augenmerk auf die Verlagsstände - die oft kleiner sind als auf der Frankfurter Buchmesse - und auf die zahlreichen Lesungen auf dem Messegelände und in der Stadtmitte zu richten. Lesebude 1 und 2 sind da - auch akustisch - in unmittelbarer Nähe, so dass bei der Menge der jugendlichen Besucher viel Trubel herrscht: „Aufgeregte Stimmung in der Lesebude. Nebenan dröhnt Musik, weiter hinten wird laut geklatscht, und trotzdem hören mir alle gebannt zu“, so beschreibt Ilona Einwohlt ihren Eindruck, die auf der Lesebudenbühne aus „Alicia. Unverhofft nervt oft“ (Arena) liest.

Bei den anschließenden Terminen mit den Pressefrauen von Hanser, Oetinger, Beltz&Gelberg und Sauerländer wird mir klar, dass auch der diesjährige Bücherherbst im kinderliterarischen Bereich wieder einiges zu bieten hat - und die Frankfurter Buchmesse kommt bestimmt!

Antje Ehmann
20. März 2014
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Alle Bilder © Leipziger Messe 2014