Happy Birthday, Axel Scheffler!

Der bekannte Illustrator wird 60

Wer kennt ihn nicht, den "Grüffelo"? Bei Erzieher*Innen in Kitas längst ein moderner Klassiker, zu Hause in den Kinderzimmern ein häufiger Gast - jetzt wird sein Schöpfer 60 Jahre alt. Ein willkommener Anlass, bei ihm direkt und bei einigen seiner Weggefährten nachzufragen.


Neben Axel Scheffler selbst beantworten Monika Osberghaus (Übersetzerin), Barbara Gelberg (Lektorin), Anja Lösch (Pressefrau Beltz & Gelberg) und Waltraut Haarlammert (Buchhändlerin) Fragen, die Antje Ehmann für den Borromäusverein gestellt hat.

 

Weitere Infos

Eine Menge mehr über den Illustrator gibt es auf axelscheffler.com zu entdecken.

Grüffelo-Themenwelt bei Beltz

 

Axel Scheffler

Illustrator, geboren am 12. Dezember 1957 in Hamburg

 

Herr Scheffler, wie sind Sie auf „Vater Eichhorn fällt vom Himmel“ gekommen?

Ich wurde vom Carlsen Verlag gefragt, ein Pixi-Buch für eine Jubiläumsserie zu machen. Da ich als Kind schon viele Pixi-Bücher hatte und irgendwie den Ruf habe, Foto: Liam Jackson ein Eichhörnchenfreund zu sein, kam mir die Idee zu der Geschichte. Mein einziger eigener Text übrigens.

Was macht Ihnen am meisten Freude an Ihrer Arbeit?

Ich freue mich natürlich sehr über die Beliebtheit der Bücher bei den Kindern. Das Zeichnen selber ist am schönsten, wenn man richtig in der Arbeit versinkt. An solchen Tagen hat es schon fast meditativen Charakter, wie ich finde.

Wie war die diesjährige Frankfurter Buchmesse für Sie?

Ach, eigentlich wie immer. Die alljährlich im Herbst stattfindende Messe ist für mich immer eine gute Gelegenheit, Freunde und Kollegen zu treffen, bei meinen Verlagen vorbeizuschauen und natürlich auch Buchhändler*Innen und Leser*Innen bei meinen Signierstunden am Stand zu begegnen.

 

Was planen Sie zu Ihrem 60. Geburtstag am 12. Dezember dieses Jahres?

Nichts besonderes - aber es wird eine kleine Ausstellung im MFI Ministerium für Illustration in Berlin geben, die am 14. Dezember eröffnet wird.

Hätten Sie vor 20 Jahren gedacht, dass Sie mal so erfolgreich als Illustrator sein würden?

Nein, das hätte ich nicht gedacht.

Erzählen Sie ein wenig von ihrem neuesten Werk „Die hässlichen Fünf“. Waren Sie schon einmal in Afrika?

Ich war leider noch nie in Afrika, aber vielleicht kommt das ja jetzt. Gemeinsam mit meiner zehnjährigen Tochter würde ich die Tiere gerne in freier Skizzenblatt von Axel Scheffler Wildbahn sehen, bevor die Menschheit - nicht meine Tochter und ich - sie alle ausgerottet hat. Julia Donaldson war in Südafrika und wurde bei einer Safari zu der Geschichte inspiriert. (Anmerkung: Für Wildhüter Lucky und Fährtenleser Charlie - so lautet die Widmung der Autorin.)

Haben Ihre Eltern Ihr Talent als Kind erkannt und Sie unterstützt?

Sie haben mein Talent vielleicht erkannt, aber nicht wirklich besonders unterstützt. Meine Eltern habe irgendwann beide akzeptiert, dass ich nichts anderes kann als einigermaßen gut zeichnen.

Wie ist es jetzt für Sie, nach dem Brexit in London zu leben?

Zum Glück hat sich mein Alltag nicht wesentlich verändert. Das Land ist ja noch in der EU. Meine Zukunft hier ist allerdings ungewiss und die Wut, die Trauer und das Unverständnis über den Brexit sind meine ständigen Begleiter und wachsen zu meinem großen Bedauern täglich.

 

Was bedeuten Ihnen die Reaktionen von Kindern?

Naja, sehr viel. Die Bücher sind schließlich in allererster Linie für Kinder.

Hat sich etwas an Ihrer Herangehensweise bzw. Ihrer Sicht auf Kinder geändert, seit Sie vor zehn Jahren selbst Papa geworden sind?

Nein, gar nicht.

Woran Schefflers Schreibtisch (Foto: privat) arbeiten Sie gerade?

Ich arbeite gerade an mehreren Bilderbüchern parallel und warte dabei aber auch auf den nächsten Text von Julia Donaldson

Tiere zeichnen, Menschen zeichnen: Was macht den Unterschied für Sie aus?

Es gibt eigentlich keinen wesentlichen Unterschied für mich - vielleicht stehen mir die Tiere ein bisschen näher.

Haben Sie schon einmal einen Buckelwal gesehen?

Leider nicht … steht aber auf der Liste.

Können Sie etwas zu der Ausstellung sagen, die bis September 2018 in London läuft?

Das Discover Children's Story Centre, ein wunderbares Zentrum für Kinderliteratur in Stratford (London), hat eine begehbare JuliaDonaldson/Axel Scheffler-Installation geschaffen. Die werde ich mir aber erst morgen früh anschauen können. Ich habe aber gehört, dass es sehr gelungen sein soll und viel Spaß macht, sozusagen durch die Bücher zu laufen.

In England ein Star, in Deutschland „nur“ ein Kinderbuchillustrator: Wie erklären Sie sich das und wie kommen Sie damit zurecht?

Ich glaube, ich bin hier auch nur Kinderbuchillustrator und sehe mich selbst nicht als „Star“.

 


Monika Osberghaus

Verlegerin des Klett Kinderbuchverlags in Leipzig

 

Sie Foto: privat haben den "Grüffelo" ins Deutsche übersetzt. Wie sind Sie dazu gekommen?

Die Anfrage kam von Friedbert Stohner, der damals das Kinderbuchprogramm von Beltz & Gelberg leitete. Er kannte mich als Neu-Übersetzerin der „Paddington“-Bücher, die damals bei Hanser herausgekommen waren (und wo Herr Stohner vorher gewesen war).

Woher können Sie so gut Englisch?

Ich kann nicht so richtig gut Englisch. Es reicht für Kinderbücher. Man muss beim Kinderbuchübersetzen vor allem gut Deutsch können, erst recht, wenn ein Text gereimt ist.

Was war leicht, was kniffelig daran?

An diesem Text war eigentlich gar nichts leicht und alles knifflig. Er ist gereimt und zusätzlich illustriert, d.h. man darf sich trotz der Reime nicht weit vom Ursprungsinhalt entfernen, und das ist zum Teil unmöglich. Auch der Name „Grüffelo“ ist mir zuerst nicht eingefallen, da waren eine ganze Weile lang andere, viel blödere und altbackenere Namen im Spiel. Aber eines Tages beim Schwimmen fiel mir glücklicherweise die sehr naheliegende Übersetzung ein. Danach ging es leichter, weil an dem Namen ja viele Endreime hingen. Ich hatte aber auch gute Hilfe. Mein damaliger Freund Michael Allmaier machte mit, und Friedbert Stohner trug auch einige gute Formulierungen bei.

Hätten Sie damals mit solch einem umfassenden Erfolg gerechnet?

Nein, ich glaube, das hat damals niemand, außer den Leuten im englischen Verlag vielleicht. Das Honorar war auch entsprechend klein, wurde aber später aufgestockt, als der Erfolg da war.

Als was würden Sie diese Übersetzung für sich bezeichnen: als absoluten Glücksfall oder …

Ja, das war ein Glücksfall und eine Herausforderung, die mich etliche Wochen gekostet hat.

 


Barbara Gelberg

Zuständige Lektorin bei Beltz & Gelberg

 

Was Foto: privat ist die Aufgabe einer Lektorin - z.B. anhand des neuen Bilderbuches "Die hässlichen Fünf"?

Da es sich bei den „Hässlichen Fünf“ um eine Co-Produktion mit seinem englischen Verlag Scholastic handelt, beschränkt sich die Arbeit in Deutschland in diesem Fall auf die Textarbeit, das heißt auf das Übersetzungslektorat. Aber weil Axel Scheffler nichts dem Zufall überlässt, prüft er auch die Übersetzung von Salah Naoura. Dabei ist er stets selbstkritisch – und ständig in Zeitnöten. Aber wenn man unbedingt noch eine Vignette braucht, weil die Seite sonst zu „leer“ ist, dann macht er alles für sein neues Buch und schickt die gewünschte grüne Maus sogar aus China. Es ist wirklich ganz wunderbar, mit ihm Bücher zu machen, wie zuletzt bei „In die Wälder gegangen, einen Löwen gefangen“: Wie Axel Scheffler zu den Versen von Frantz Wittkamp, so großartige, hintersinnige Bilder scheinbar leicht hinzeichnet, das ist einfach toll.

Welche Rolle spielt Axel Scheffler in Hinblick auf das Gesamtprogramm von Beltz & Gelberg?

Für Beltz & Gelberg ist es ein großes Glück, dass Axel Scheffler zu unseren Autoren/Künstlern gehört, nicht nur weil der Grüffelo eines der erfolgreichsten Bilderbücher von Beltz & Gelberg ist und zum modernen Klassiker avancierte. Seit mehr als 25 Jahren prägen seine Bilderwelten entscheidend unser Programm. An die 70 Bücher sind in dieser Zeit entstanden, aber immer noch macht Axel Scheffler jedes Einzelne – und sei es noch so klein – mit großer Leidenschaft. Und es ist ein großes Vergnügen zu beobachten, wie er es immer wieder schafft, aus all seinen Figuren außerordentlich sympathische und eigensinnige Helden werden zu lassen!

 


Anja Lösch

Leiterin der Presse- und PR-Abteilung Beltz & Gelberg

 

Was Foto: Verlagsgruppe Beltz; Fotostudio Fischer, Weinheim ist alles zu seinem runden Geburtstag von Verlagsseite aus geplant?

Die Feierlichkeiten zu Axel Schefflers Geburtstag haben schon im Sommer begonnen. Mit Versand der Vorschau zum Herbstprogramm, in dem der Kalender „Bilderwelten 2018“ und das neue Buch mit Julia Donaldson „Die hässlichen Fünf“ vorgestellt wurden. Verbunden war dies mit einem Aufruf an Buchhandlungen und Kitas, Axel Scheffler eine Geburtstagskarte zu schicken. Dafür stellte der Künstler uns die fünf Motive aus dem neuen Buch für Postkarten zum Ausmalen zur Verfügung. Es haben sich zahlreiche Buchhandlungen beteiligt, denn schließlich gab es eine Veranstaltung mit Axel Scheffler zu gewinnen. Die Buchhandlung Hasenstall in Münster hat am Ende mit mehr als 450 eingesandten Glückwünschen gewonnen! Eine schöne Aktion.

Darüber hinaus gab es einen Sonderauftritt für die Hässlichen Fünf zur Frankfurter Buchmesse, inklusive Torte, ein Porträt im Buchjournal und eine Ausstellung über seine Buchillustrationen in der Berliner Galerie „Ministerium für Illustration“, die am 14. Dezember 2017 mit einer Signierstunde von Axel Scheffler eröffnet wird. Ende Januar nächsten Jahres wird der Illustrator dann neben der Gewinnveranstaltung in Münster bei zwei exklusiven Veranstaltungen in Frankfurt und Berlin unter dem Motto „Axel Scheffler malt mit…“ in Deutschland sein. Danach braucht er sicher erst einmal Urlaub vom Feiern!

 


Waltraud Haarlammert

Inhaberin Buchhandlung Hasenstall, Münster

 

Was Foto: privat machen Sie anlässlich des runden Geburtstages?

An der Geburtstagsaktion vom Beltz Verlag haben sich so viele Kunden beteiligt, dass wir ja für's nächste Jahr eine Veranstaltung mit Axel Scheffler gewonnen haben. Da feiern wir dann nach.

Welche Titel gehen gut?

Besonders gut verkaufe ich die Reihe um die beiden Freunde Pip und Posy und den schon älteren Titel "Die Schnecke und der Buckelwal". Mein heimlicher Favorit aber ist eine vergriffene Geschichte: "Herr Eichhorn fällt vom Baum", weil ich Axel Schefflers Eichhörnchen so mag.

Was fasziniert die Kinder an seinen Illustrationen?

Ich kann kurz darlegen, warum Axel Schefflers Bilder von den Kindern so geliebt werden: Er schafft es, jeder seiner Figuren, selbst Käfern und Regenwürmern, ihre Empfindungen so klar ins Gesicht zu zeichnen, dass schon Zweijährige das verstehen. Und sie fühlen auch dann mit den Figuren, wenn die Geschichte noch viel zu komplex ist, wie etwa beim Grüffelo. Erwachsene sehen da oft nur niedliche, kulleräugige Tierchen; die Kinder sehen sich selbst.

 


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