Pixels Büchertürme

Pixels Nachricht 2014: Wir haben eine neue Seite www.buecherbruecken.de, hier stehen die Bücher in verschiedenen Sprachen zur Verfügung. Für Bibliotheken ist sicher interessant, dass die eBooks als Bilderbuchkino verwendet werden können oder als Download für den iPad (Bilderbücher /itunes) oder Tablet. Die pdfs ohne Bilder sind für alle kostenlos als Download zugänglich. Schaut euch um

Pixels Nachricht 23.11.2014: Wir haben für das Projekt Büchertürme den Deutschen Lesepreis 2014 der Stiftung Lesen bekommen. Sparte: Herausragendes kommunales Engagement. Am 9.12. ist die Preisverleihung in Berlin. Wuff, meine Erfinderin Ursel Scheffler und ich freuen uns sehr, dass die Idee so erfolgreich vorangeht! In Berlin liest sich grad ein Bezirk auf den Funkturm, einer auf das Schöneberger Rathaus. In Hamburg haben wir gleich den fünften Turm geschafft, dann kommt das Rathaus und danach die Minarette unserer blauen Moschee. So gebe ich die Hoffnung nicht auf, dass wir uns eines Tages auch auf den Kölner Dom lesen.


Also, liebe Kölner, meldet euch bei Pixel und erlest euren Dom. Schreibt direkt an Pixel oder an die Redaktion.


Leselust statt Lesefrust

Kinder, lest euch auf die Türme!

Hallo, hier spricht Pixel,

draußen regnet es in Strömen und alle stöhnen über eine verregnete Ferienwoche. Das kann ich gar nicht verstehen: Ich finde, Regenwetter ist das perfekte Lesewetter! Endlich komme ich dazu den Bücherstapel zu lesen, den ich mir vor drei Tagen (bei Sonnenschein!) vorsorglich aus der Bücherei geholt habe. Es sind Krimis, Ritter- und Piratengeschichten. Schon die Bilder sehen hundefellsträubend spannend aus. Das liest sich sicher fix wie der Blitz. Ich habe nämlich mit meinen Freunden Max Maus, Franz Hase und Mia Maunz von den Stadtmusikanten eine Wette laufen: Wer liest bis zum Schulanfang die meisten Ferienbücher? Wir wollen jeder mindestens ein Pisa schaffen (das ist ein Stapel von 10 cm). Wieso, weshalb, warum? Das können Sie auch auf meiner Webseite nachlesen. Jetzt koch ich mir noch eine Tasse "Schietwettertee" und dann ab mit dem Buch "Der Piratenkater" in die Hängematte! Und Sie können meinen Bericht lesen:

Kinder lest euch auf den Michel!

So hieß nämlich das Pilot-Projekt in Hamburg, für das ich, der lesekundige Bücherhund ab sofort auch Bücherfreunde in anderen Städten begeistern möchte.

Am 11.11.11 um 11h fiel der Startschuss vor dem Portal der Hamburger St. Michaeliskirche, dem berühmten "Michel". Mein ehrgeiziger Plan war, Hamburger Grundschüler dazu anzustiften innerhalb eines Jahres so viele Bücher zu lesen, dass sie, wenn man sie aufeinanderstapelt, die Kirchturmspitze des Hamburger Wahrzeichens erreicht. "Das schaffst du nie!", sagte Mia Maunz vom Katzenorchester. "Die Kinder sind heutzutage viel zu faul zum Lesen! Da verwette ich meine neue Posaune gegen einen alten Rollmops." "Das schaff ich wohl", behauptete ich. "Man muss es nur richtig anpacken!" "Der Turm ist 132 Meter hoch! Das sind - das sind - mindestens 12.300 Bücher!", errechnete Mia Maunz (Mathe war seit der 1. Klasse ihr Lieblingsfach). "Topp, die Wette gilt?", fragte ich. "Die Wette gilt!", bestätigte Mia Maunz. "Wir sind die Zeugen!", sagten Max Maus und Franz Hase und nickten ernst.

Ich lächelte ziemlich zuversichtlich. Ich kannte mich als moderner Hund ziemlich gut aus mit Computern, Laptops und dem Internetkram. So beschloss ich, diese tollen Möglichkeiten nach Kräften zu nutzen. Als erstes baute ich meine Büchertürme-Webseite, Sie wissen schon www.büchertürme.de, auf der alles erklärt wurde, damit ich armer Hund nicht allen Leuten immer wieder alles von vorn vorbellen musste. Dann fragte ich Nina Kuhn vom Literatur-Kontor Hamburg, die über ihre "Seiteneinsteiger" gute Kontakte zu den Schulen hatte, ob sie die Idee möglichst vielen Lehrern weitererzählen könnte. Und weil ich wusste, wie wichtig der Segen von oben ist, bat ich den Hauptpastor der St. Michaeliskirche, der Schirmherr der Aktion zu sein.
Und dann geschah das Wunder: die Hamburger Kinder lasen und lasen. Sie gingen in Büchereien, wünschten sich Bücher zum Geburtstag und liehen sich gegenseitig Bücher aus. Schon nach fünf Monaten war Halbzeit und nach sieben Monaten hatte der Stapel der gelesenen Bücher die Turmspitze erreicht! Das gab - noch kurz vor den Sommerferien - ein großes Lesefest im Michel, das die Seiteneinsteiger organisierten.


Lesen – auch in den Ferien

Doch auch in den Ferien sollten sich die Büchertürme-Leser nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen! Am Ende der Veranstaltung bekamen alle eine Ferienleseliste mit auf den Heimweg, denn jetzt war der nächste Kirchturm an der Reihe: St. Katharinen, der ist 117 m hoch, d. h. es müssen 11.700 Bücher gelesen werden. Ob die Hamburger Jungleser das bis Weihnachten 2012 schaffen? Ich hab diesmal mit Mia Maunz um eine Curry Wurst gewettet, dass es klappt. (Sie hat gesagt, die sei ihr lieber als ein alter Rollmops!)

Auf den Bildern sieht man den blauen "Büchertürm-Schirm", der bei der Abschluss-Veranstaltung im Michel vom "Schirmherrn" an St Katharinen weitergegeben wurde.

Jeden Monat gab es für die besten Bücherturmbau-Klassen Preise zu gewinnen, die auf der Webseite ausgeschrieben wurden. Für die Schule, die als erstes einen "Pisa-Meter" meldete, gab es T-Shirts mit dem Büchertürme-Logo. Ohne Fleiß kein Preis: Damit ihr euch ungefähr vorstellen könnt, wie viel die erste Klasse gelesen hat, ehe sie den Preis bekam: Das ist ein Bücherturm von 10 Pisa (=1 Meter).

Nachahmungstäter

Es gibt schon einen Nachahmungstäter: Eine Lehrerin im Stadtteil Hamburg-Lurup  fand die Idee so toll, dass sie ihre eigene und die benachbarten Schulen dazu anstiften will, sich in den Sommer-Ferien auf den eigenen Kirchturm zu lesen. Einfach toll, oder? Und wir sind schon so berühmt, dass wir im Fernsehen waren: Das NDR Journal hat einen sehr schönen Bericht über die Aktion gedreht, den man sich unter dem Link ansehen kann.

Begeistert verfolge ich die tollen Zeitungsberichte und hoffe, dass sich das Lesevirus im nächsten Jahr epidemisch verbreitet. Inzwischen haben sich nämlich viele andere Städte mit großen und kleinen Türmen gemeldet, die ebenfalls eine "Büchertürme-Aktion" starten wollen. Nürnberg und Göttingen haben fest zugesagt. Cuxhaven liest sich auf die Kugelbake, Freiburg aufs Münster, Ravensburg auf den Mehlsack und so weiter.
Besonders große Hoffnung setze ich dabei auf  Lehrer, Lesepaten und Bibliothekare. Die sind ja besonders dafür ausgebildet, Leute mit ihrer Lesefreude anzustecken. Wäre schön, wenn Sie auch einen passenden Bücherturm und begeisterte Leser im Einzugsbereich Ihrer Bücherei fänden. Das würde mich riesig freuen!

 

 

Der Bericht erschien übrigens in BiblioTheke 4.12

Ihr Bücherhund

 

 

 

 

Ach so, wenn Sie in Ihrer Bücherei starten möchten, hier noch ein paar Tipps von meiner Erfinderin:

• Wählen Sie einen lokalen Turm aus, es kann bei kleinen Schulsprengeln auch das Büchereidach, ein Tor oder ein Brunnen sein

• fotografieren Sie Ihr "Leseziel" und laden Sie das Foto mit Höhenangabe und Motto auf der Webseite www.Büchertürme.de hoch. Danach kann die Webseite mit allen Downloads unentgeltlich genutzt werden.

• wenn Sie unter der Rubrik "andere Orte" eine eigene Webseite (mit lokalen Bildern, Status etc) anfügen möchten, macht unser Webmaster gern einen Kostenvoranschlag

• Wenn Sie Ihren Turm (so wie den Michel) gezeichnet haben möchten, macht das unser Grafiker Max Walther (Zeichner von Kugelblitz und Pixel) gern

• Wählen Sie einen Slogan z. B. "Cuxhaven liest sich auf die "Kugelbake", "Freiburg liest sich auf den Münsterturm", "Ravensburg liest sich auf den Mehlsack" o.ä.

• Holen Sie Lehrer, Lesepaten, Buchhändler und alle, denen die Leseförderung am Herzen liegt, mit ins Boot

• Suchen Sie lokale Sponsoren für kleine Preise. Vielleicht auch Erlebnisse, wie Theaterbesuch, Firmenführung, Autorenlesung, Bootsfahrt, Zoobesuch, Freikarten für ein Fußballspiel, und natürlich auch Buchpreise...

• Informieren Sie die lokale Presse. Sie könnten z.B. den erreichten "Pegelstand" am Ende eines jeden Monats melden und die Leser ermuntern und anspornen

• Machen Sie den Lesefortschritt auch vor Ort sichtbar: ein Turm oder eine Messlatte aus Papier in der Bücherei oder Eingangshalle der Schule verkündet den aktuellen Stand

• Lassen Sie die Schüler die Leselisten möglichst selbstständig ausfüllen. So lernen sie nebenbei, dass ein Buch einen Autor, Illustrator und Titel hat

• Büchereien könnten Stapel zu 1 Pisa (=10 cm) an Klassen ausleihen.

• Es zählt nicht die Einzelleistung von Superlesern, sondern die Gemeinschaftsleistung der Klasse. So können auch die schwachen Leser stolz auf das Erreichte sein und die guten als Lokomotive das Ergebnis gegenüber den anderen Klassen verbessern.

Vermissen Sie noch etwas? Haben Sie eigene tolle Ideen? Dann schicken Sie eine E-Mail mit Ihren Fragen oder Vorschlägen an Pixel und mich

Und zum Schluss ein paar Rätsel:
1. Welches ist das vielseitigste Hobby der Welt (mindestens 32 Seiten!)? (Bücherlesen)
2. Welcher Wurm kann auf zwei Beinen laufen? (Der Bücherwurm)
3. Worin kann man versinken, ohne zu ertrinken? (in einer Geschichte)
4. Wer hat einen Rücken und kann sich nicht bücken? (ein Buch)
5. Welche Blätter verwelken nicht? (Blätter im Buch)
6. Welche Ratte passt nicht in ein Rattenloch? (die Leseratte)

Pixel und ich sagen, Danke fürs zuhören oder besser lesen und bis bald auf Büchertürme.de

Ihre Ursel Scheffler