Kein Platz mehr

Dem schmalen Bändchen fehlt zwar eine konsistente Handlung, dafür bietet der überaus launige Text die vielfältigsten Betrachtungen zur "weltweiten Platzfrage" (S. 130), und dies exemplarisch dargestellt am Beispiel einer Kein Platz mehr Handvoll Bekannter der Erzählerin, die sich mit Platzproblemen verschiedenster Art herumschlagen. So geräumig kann eine Wohnung, ja selbst ein Schloss nicht sein, dass es sich nicht von einem Messi vermüllen ließe. In der freien Natur stößt der Erholungssuchende auf lästige Mitmenschen, die seine Ruhe stören, an Badeseen wird es zu eng, im Schwimmbad muss man sich seine Bahnen mit eifrigen Pensionisten teilen. Selbst am Mount Everest ist man keineswegs allein. Im bekanntlich reichlich bevölkerten Japan muss sich sogar die Natur bonsaiartig der Masse Mensch geschlagen geben. Der gutwillige Italienurlauber hat große Mühe, sich seines Mülls zu entledigen, um Platz in seiner Küche zu schaffen. Sogar auf Friedhöfen herrscht Platzmangel, wenn man nicht auf eine ewige Bleibe in einem Mausoleum hoffen darf. Und dies sind nur einige Beispiele, an denen sich die Autorin mit lustvollem Spott in locker assoziativer Folge und auf höchst originelle und amüsante Weise abarbeitet. Alles natürlich satirisch überspitzt, aber niemals plump! Macht großen Spaß!

Helmer Passon

Helmer Passon

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Kein Platz mehr

Kein Platz mehr

Margit Schreiner
Schöffling (2018)

175 S.
fest geb.

MedienNr.: 880928
ISBN 978-3-89561-281-7
9783895612817
ca. 20,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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