Olga

Bernhard Schlink erzählt in seinem Roman die Liebesgeschichte von Olga und Herbert. Sie hat früh ihre Eltern verloren, ist arm und macht eine Ausbildung zur Lehrerin; er ist der Sohn eines schlesischen Gutsbesitzers. Seine Familie Olga lehnt eine Hochzeit der beiden ab. Herbert ist ein Abenteurer und es zieht ihn hinaus in die Welt. Als Soldat geht er nach Deutsch-Südwest-Afrika. Und kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs macht er eine Expedition in die Arktis, von der er nicht zurückkehrt. Olga hält ihm ihr Leben lang die Treue. Es ist ein langes Leben. Ende des Zweiten Weltkriegs flieht sie - inzwischen taub - nach Heidelberg. Dort freundet sie sich mit dem Sohn der Familie an, für die sie als Näherin arbeitet. In der zweiten Hälfte des Romans wird klar, dass es dieser Junge ist, Ferdinand, der als alter Mann Olgas Geschichte erzählt. Ergänzt wird Ferdinands Perspektive im dritten Teil durch eine Reihe von Briefen, die Olga an Herbert geschrieben hat und mit diesen Briefen entfaltet Schlinks Roman seinen ganzen Zauber und seine ganze Kraft. Eine Rezensentin hat geschrieben, dies sei kein Buch für Leser, die ihr Urteil bereits nach 30 Seiten fällen, und dem möchte ich mich anschließen. Nach 30 Seiten hätte ich "Olga" nicht empfohlen, aber nach der kompletten Lektüre empfehle ich es unbedingt. Für alle Bestände geeignet.

Katja Strippel

Katja Strippel

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Olga

Olga

Bernhard Schlink
Diogenes (2018)

310 S.
fest geb.

MedienNr.: 592323
ISBN 978-3-257-07015-6
9783257070156
ca. 24,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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