Der verschlossene Raum

Wo auch immer der 1971 in Hamburg geborene, u.a. 2015 mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnete Lyriker ("Regentonnenvariationen"), Essayist und Übersetzer sich aufhält, was auch immer ihn nachhaltiger beschäftigt, Der verschlossene Raum alles scheint ihm zum Schreibanlass für seine "beiläufige Prosa" zu werden. Davon zeugen die sehr unterschiedlich langen und thematisch außerordentlich vielfältigen, immer anregenden Prosatexte. Und so finden sich unter den über 30 Texten "Postkarten" aus Rom, Kalifornien oder Neukölln, Reisebeschreibungen, Würdigungen verschiedener Dichter, eine Vorlesung, die mit der erstaunlichen Feststellung aufwartet, dass Lyriker vielfach Kriminalromane bevorzugen, eine prall mit geistreichen Anmerkungen gespickte Abiturrede, diverse aus verschiedensten Anlässen gehaltene Reden und Vorträge, Zeitungs- und Rundfunkbeiträge aus der letzten Zeit. Da plaudert ein außerordentlich belesener Autor aus dem Nähkästchen und es ist kein Wunder, dass es vor allem um Lyrik geht, um die Verfertigung und Interpretation eigener und fremder Gedichte oder um lyrische Sprache, die einen "vom Alltagsgebrauch erkennbar abgegrenzten Raum" (S. 232) schafft. - Jan Wagner wird mit dem Georg-Büchner-Preis 2017 ausgezeichnet. Für literarisch interessierte Leser.

Helmer Passon

Helmer Passon

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Der verschlossene Raum

Der verschlossene Raum

Jan Wagner
Hanser Berlin (2017)

268 S.
fest geb.

MedienNr.: 589100
ISBN 978-3-446-25475-6
9783446254756
ca. 22,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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