Die Zweisamkeit der Einzelgänger

Auf einer Bielefelder Theaterpremiere lernt der junge Schauspieler Joachim Hanna kennen. Zwischen ihm und der hochintelligenten, aber in ihrem Charakter oft komplizierten Studentin entwickelt sich eine intensive Liebesbeziehung. Doch Die Zweisamkeit der Einzelgänger dann zieht der ewig erfolglose und an sich selbst zweifelnde Schauspieler nach Dortmund, um am dortigen Theater zu arbeiten. Hier geht er mit der attraktiven, feierfreudigen Tänzerin Franka eine leidenschaftliche Affäre ein. Zum Glück gibt es da noch Ilse, die Bäckersfrau, bei der er die frühen Morgenstunden verbringt. Sie bildet einen Ruhepol in seinem chaotischen Leben, stellt sie doch keine weiteren Ansprüche an ihn. Durch seinen beinahe schlaflosen Balanceakt zwischen den Beziehungen, den Städten und seiner eigenen Unzufriedenheit ist er mit der Zeit physisch und psychisch am Ende seiner Kräfte. - Auch den vierten und letzten Band seiner Lebenserinnerungen erzählt der Schauspieler Joachim Meyerhoff als Roman, wobei dahingestellt sei, wie viel Wahrheit in dieser Fiktion steckt. Manch eine Figur bzw. Situation scheint etwas überzogen. Mit originellen Formulierungen, viel Humor und Selbstironie beschreibt er sowohl äußerst komische als auch tieftraurige Situationen, wobei Joachim diesmal nicht ausschließlich sympathisch herüberkommt. Seine ständigen gedanklichen Begleiter sind die Verstorbenen, die eine große Bedeutung in seinem Leben hatten. Gerne empfohlen.

Nicole Lorrig

Nicole Lorrig

rezensiert für den Borromäusverein.

Die Zweisamkeit der Einzelgänger

Die Zweisamkeit der Einzelgänger

Joachim Meyerhoff
Kiepenheuer & Witsch (2017)

Alle Toten fliegen hoch ; 4
415 S. : Ill.
fest geb.

MedienNr.: 591548
ISBN 978-3-462-04944-2
9783462049442
ca. 24,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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