Die Kunst des guten Lebens

Wie soll ich leben? Was macht ein gutes Leben aus? Wenn der Schweizer Autor, der in Philosophie promovierte, aber dann in der Wirtschaft tätig gewesen ist, im Untertitel 52 überraschende Wege zum Glück verheißt, dann mag sich die Die Kunst des guten Lebens Frage nach der Seriosität stellen, wenn sich über Jahrhunderte die verschiedensten Denkrichtungen damit auseinandersetzen. Leicht lesbar mit manch witzigen Formulierungen nimmt das Werk mehr als eine Anleihe bei Warren Buffett, was auf Dauer eintönig ist. Ein Beispiel: "So, wie Buffett Investitionsentscheidungen trifft (wir liegen lieber ungefähr richtig als exakt falsch), sollten Sie es auch mit Lebensfragen halten." (S. 298) Hinterfragbar ist auch seine Aussage zu Meditation bzw. Achtsamkeitsübungen. Der Autor führt aus, dass Meditation nicht wirke, da man nur solange im Zustand der inneren Stille ist, solange man meditiert. Die Gedanken kreisen wieder, sobald man aus der Meditation kommt. Da schreibt einer, der ganz offensichtlich nie selbst meditiert hat. Eine perfekte Formel für ein gutes Leben, das erkennt Dobelli völlig zu Recht, existiert nicht, aber der Leser weiß nach der Lektüre zumindest, was einen nicht glücklich macht.

Markus John

Markus John

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Die Kunst des guten Lebens

Die Kunst des guten Lebens

Rolf Dobelli. Mit Ill. von El Bocho
Piper (2017)

379 S. : Ill. (farb.)
fest geb.

MedienNr.: 592148
ISBN 978-3-492-05873-5
9783492058735
ca. 20,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Ps
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