Der Mörder weinte

Paolos Eltern leben in der kargen Landschaft an der Südspitze Chiles. Der einzige Kontakt zur Außenwelt sind gelegentlich vorbeikommende Reisende. Angelo Alegría, ein Mörder auf der Flucht, tötet Paolos Eltern ohne Zögern, weil Der Mörder weinte er keine Zeugen für seinen Zufluchtsort braucht. Das Kind lässt er leben, er beginnt sogar, sich um Paolo zu kümmern. Sie gewöhnen sich aneinander, und als der Großstadt-Flüchtling Luis Secundo zu den beiden stößt, konkurrieren beide um Paolos Zuneigung: Luis bringt ihm das Lesen und Schreiben bei, Angelo schenkt ihm sein Messer. Ihre Wege trennen sich, als sie in der nächsten Stadt Vorräte einkaufen müssen: Luis verrät Angelo an die Polizei und verschwindet mit einer Frau, Angelo flüchtet mit Paolo, wird aber gefasst und nach einem Prozess hingerichtet, Paolo kommt in eine Pflegefamilie und kehrt, volljährig geworden, an den alten Wohnort zurück. - Alle drei Hauptfiguren dieser Geschichte haben nie gelernt, über Gefühle zu reden, doch dann erfährt Paolo Liebe ausgerechnet vom Mörder seiner Eltern, und den Mörder lehrt ein kleiner Junge, wofür es sich zu leben lohnt. Die manchmal bedrückende Geschichte geht unter die Haut, ein beeindruckendes Porträt der menschlichen Seele, das ältere Jugendliche und Erwachsene zum Nachdenken bringen wird. (Übers.: Maja von Vogel)

Gudrun Eckl

Gudrun Eckl

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Der Mörder weinte

Der Mörder weinte

Anne-Laure Bondoux
Carlsen (2014)

172 S.
fest geb.

MedienNr.: 387289
ISBN 978-3-551-58309-3
9783551583093
ca. 14,90 € Preis ohne Gewähr
Systematik: J
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