Die Farbe von Winterkirschen

Der Mann, der vor Amaterasus Tür steht, behauptet, ihr totgeglaubter Enkel zu sein! Die alte Dame kann es nicht glauben. Ihre Tochter Yuko und ihr Enkel Hideo sind 1945 beim Atombombenabwurf auf Nagasaki umgekommen. Nach dem Krieg Die Farbe von Winterkirschen verlässt Amaterasu Japan gemeinsam mit ihrem Ehemann Kenzo, um in Amerika ein neues Leben anzufangen und um zu vergessen. Nun sieht sie sich plötzlich gezwungen, sich mit ihren verdrängten Erinnerungen auseinanderzusetzen. Sie fühlt sich verantwortlich für den Tod ihrer Tochter und deren verwirkte Jugend. Über ihre eigene Jugend hat Amaterasu nie gesprochen. In ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen, gibt die Mutter sie mit 15 in ein Bordell, wo sie als Geisha arbeitet. Dort lernt sie ihren späteren Ehemann Kenzo und seinen Freund Yomei kennen. Ausgerechnet Yomei soll ihren schwer verletzten Enkel nach der atomaren Katastrophe behandelt und später adoptiert haben. Kann Amaterasu dem Mann vor ihrer Tür glauben? - Der Roman von Copleton verknüpft Japans historisches Trauma mit dem persönlichen Schicksal einer Familie. Das englische Original trägt den besseren Titel: "Ein Lexikon des gegenseitigen Verstehens". Jedem Kapitel ist ein für die japanische Kultur wichtiger Begriff vorangestellt, der anschließend erklärt wird und von Bedeutung für die Geschichte ist. Ein Buch für Menschen, die sich gerne in andere Kulturen vertiefen. Allen Beständen gerne empfohlen. (Übers.: Andrea Brandl)

Susanne Emschermann

Susanne Emschermann

rezensiert für den Borromäusverein.

Die Farbe von Winterkirschen

Die Farbe von Winterkirschen

Jackie Copleton
Limes (2017)

319 S.
fest geb.

MedienNr.: 592263
ISBN 978-3-8090-2666-2
9783809026662
ca. 19,99 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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